Monolink: Under Darkening Skies – 2021

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Monolink: Under Darkening Skies – Album – Embassy One – 2021

Genre: Electronica, Deep House, Progressive House

Endlich, endlich kann man nur sagen, ist das neue Monolink-Album „Under Darkening Skies“ erschienen und das Album passt, nicht allein wegen des bedeutungsschwangeren Titels exakt in diese Zeit, sei es wegen Problemen, die auf uns zukommen oder in den wir gerade drinnen stecken. Doch dazu später mehr.

Der Anfang: Die EP „The End“
Monolink - The End
Monolink – The End (EP)

Monolink. Irgendwie ein Phänomen. Angefangen hat alles vor sechs Jahren mit der 5-Track EP „The End“ die Monolink zusammen mit dem Elektronik-Spezialisten Acid Pauli, früher mal bei „The Notwist“, herausgebracht hatte. Das Teil entwickelt sich zum Knaller und sorgte für erste internationale Aufmerksamkeit, sodass Monolink mit einer Einladung zum Burning Man 2016 geadelt wurde und zum ersten Mal die dort sich jährlichen treffenden Nonkonformist-Festivalisten zum Grooven bringen konnte.

Eine wahrlich reife Leistung für einen Musiker, der bislang nur mit ein paar Singles und der erwähnten EP aufwarten konnte. Doch was war und ist das musikalische Geheimnis dieses Ausnahmekünstlers, der mehrere Fan-Generationen hinter sich versammeln konnte? Die Antwort folgt später …

Das Album Amniotic

Am 20. April 2018 dann erschien das erste Album von Monolink mit dem Titel „Amniotic“. Mit dieser Scheibe im Gepäck betourte der aus Hamburg stammende Wahlberliner Monolink namhafte Festivals und Clubs rauf und runter, wie Couchella, The Lab in LA, das Fusion Festival und viele andere mehr. Und die Audience war hin und weg und lag ihm zu Füssen.

Schließlich wurde Monolink erneut zum Burning Man 2018 eingeladen und spielte auf der Mayan Warrior Bühne. Es ist beinahe unglaublich, wenn man miterleben darf wie effektiv Monolink das Publikum mit seinem einzigartigen Stil mit einer elektronischen Rumpfausstattung, mit der umgehängten E-Gitarre und den unverwechselbaren Monolink-Riffs in seinen Bann zieht. Über diesen Gig habe ich bereits berichtet, Ihr könnt das hier nachlesen und Euch das Video hier anschauen:

Das Video wurde von YouTube erstmalig am 22. November 2018 ausgestrahlt und kurz vor Weihnachten desselben Jahres hat mich dann der allwissende YouTube Algorithmus mit Nachdruck auf dieses Video aufmerksam gemacht. Von diesem Moment an war ich für Monolink Feuer und Flamme und habe mir das Burning Man Video bis zum heutigen Tage unzählige Male angeschaut. Schließlich führte für mich nichts am Kauf des Albums Amniotic vorbei.

Amniotic ist ein großartiges Album, bei dem Monolink nach den ersten Versuchen mit der EP „The End“ seinen Stil gefunden hatte und das Publikum weltweit in Aufruhr versetzen konnte. Aus dem Segment Folk/Singer/Songwriter kommend, hat Monolink mit wallenden Synthie-Landschaften, vielen Samples und sanften Drum-Grooves, die von folkigen Akustikgitarren und griffigen E-Gitarren-Riffs überlagert werden, einen eigenen, unverwechselbaren Stil hingezaubert.

Remixe und der Weg zum verdienten Ruhm
Monolink – Amniotic

In der Folgezeit wurden Tracks vom Album wie „Frozen“, „Rearrange my Mind“, „Return to Oz“, „Sirens“, „Black Day“ oder auch „Father Ocean“ von zahlreichen international renommierten Acts wie Rodriguez Jr., Nicole Moudaber, Artbat, Adam Beyer und last but not least von Ben Böhmer geremixed und veredelt.

Auch Oliver Koletzki, der hinter den Berliner Szene-Kulissen die Strippen zieht, hat Monolink mit der Aufnahme des Remixes von „Swallow“ in seine verschiedenen Sampler-Projekte geadelt, ferner durfte Monolink auch den Track „We Are All Lost“ zu Oliver Koletzki’s Album „Fire in the Jungle“ beisteuern. Somit wurde Monolink so nach und nach zur gesetzten Größe in Deutschland mit internationalem Renommee.

Am 13. Dezember 2019 erschien dann noch das Amniotic Album in der Deluxe-Version mit zusätzlichen Acoustic-Versions und zwei Remixen.

Das Album „Amniotic“ in der Deluxe Version könnt Ihr Euch im Folgenden bei Spotify anhören.

Das Album „Under Darkening Skies“

Doch lasst und nun zu Monolinks Album „Under Darkening Skies“ kommen. Mit diesem Album hat Steffen Linck, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, nun zum ganz großen Wurf ausgeholt. Seine Songs bewegen sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen verhaltenen Folkanleihen, Singer/Songwriter-Attitüde, was derzeit ja sehr angesagt ist, und tanzbaren elektronischen Pop-Strukturen. Alle Tracks sind im Midtempo / Downtempobereich gehalten, mit ambientigen Intros, vielschichtigen, übereinandergelagerten Synthie-Klanglandschaften sowie griffigen Gitarren-Riffs, die mittlerweile zu Monolinks Markenzeichen gereift sind.

Monolink

Die vielen teils verfremdeten Samples sorgen bei Intros wie z.B. zu „Laura“ und „The Prey“ oftmals für ein spacig ambientiges Grunderscheinungsbild, doch die sanften Drum-Grooves in Verbindungen mit den schon zitierten Gitarren-Riffs sorgen immer wieder für Down-to-Earth Bodenhaftigkeit.

Monolinks Songwriting kann man nur als herausragend bezeichnen, mit vielen faszinierenden Toplines, die zum Mitummen und Mitsingen einladen, dazu wunderschönen melodieführende Hooks, die über den pulsierenden elektronischen Rhythmus-Klanglandschaften schweben.

Monolinks Arrangements bestehen im Grunde aus zwei Polen, auf der einen Seite haben wir den organischen, auf der anderen Seite den elektronischen Aufhänger. Sein organisches Songwriting gestaltet er selbst sehr persönlich, während die elektronischen Strukturen den Sound lebendiger, tanzbarer machen und für Grip sorgen. Das Faszinierende an seiner Arbeit ist ohne Zweifel das Songwriting, die kunstvolle Textausarbeitung, die bei Monolink Wurzeln in seiner Folkvergangenheit haben.

© Ivanna Capture You – DCDSC0520

Doch Musikhören in den klassischen Songstrukturen ist das eine, Musik fühlen mittels tanzbaren elektronischen Beats jedoch das andere, beides kann und will Monolink niemals voneinander trennen, womit letztendlich auch die Magie seiner Musik zu erklären ist. Viele haben schon versucht, elektronische Musik und Indie-Sounds unter einen Hut zu bringen, aber nur wenige haben es bisher besser gemacht als Steffen Linck aka Monolink.

Den Albumtitel „Under Darkening Skies“ hat Monolink aus gutem Grunde gewählt. Ohne Frage hat er die Zeit der immer wiederkehrenden Lockdowns sinnvoll genutzt, mit großem Aufwand an dem Album gefeilt und uns mit vielen Videos in lockdownbedingten leeren Berliner Clubs an der Entstehung der Songs für das neue Album gewissermaßen teilhaben lassen.

Bei der Wahl des Titels hatte Monolink das Bild eines herannahenden Gewitters am Meer im Kopf gehabt, das Unheil für uns bereithalten kann. Womit wir dann wieder bei der aktuellen bedrohlichen Situation auf diesem Planeten und den anstehenden zu lösenden Problemen wie dem Klimawandel oder der Entwicklung des Kapitalismus angelangt sind. Monolink kennzeichnet diese Probleme als die Kipppunkte, nach denen ein Zurückdrehen der Situation nicht mehr möglich ist, der Point-Of-No-Return wäre damit erreicht, wie Monolink sagt.

Fazit:

„Under Darkening Skies“ ist ein fantastisches Album und mit das Beste, dass es seit ganz langer Zeit aus deutschen Landen zu hören gab. Vergleiche zu Ben Böhmer und Jan Blomqvist sind sicherlich nicht falsch, jedoch sind die beiden Genannten eher im Bereich Deep House bzw. Melodic House unterwegs. Monolink hingegen hat es hinbekommen, mit seiner Mixtur aus leichten Ambient-Anklängen, Singer/Songwriter-Folk und bestens tanzbar elektronischem Pop fernab ab von den Untiefen seichter Charts-Elektronik einen weit gefächerten Fankreis für seine Musik zu gewinnen.

„Under Darkening Skies“ sollte der tanzenden Clubszene bestens gefallen, wie auch dem Kopfhörer-Fan mit dem Faible für anspruchsvolle Sounds. Mit Songs wie „Laura“, „Harlem River“, „Otherside“ oder auch „Don’t Hold Back“ mit tollen Toplines und einprägsamen Hooks sollte Monolink auch diesmal diverse Festival-Communities zum Kochen bringen, sobald das in diesem Lande wieder möglich ist.

Die Klangqualität ist in jeder Hinsicht fantastisch und ohne jeglichen Makel, auch wenn das Album nur in 16 Bit / 44.1 kHz zur Verfügung steht. Warum jedoch die PR-Agentur die Rezensenten nur mit minderwertigen MP3s zum Reinhören abspeist, dies wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.

Facts zu Monolink: Under Darkening Skies

Artist: Monolink
Title: Under Darkening Skies
Format: Album
Label: Embassy One
Release Date: 11. Juni 2021
Genre: Electronica, Deep House, Progressive House
12 Tracks • 01h 02m 06s

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Bei Qobuz verfügbar in CD Quality
16-Bit / 44.1 kHz – Stereo

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