Jonas Saalbach: Headlights – Album – 2021

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Jonas Saalbach: Headlights – Album – 2021- Radikon

Genre: Progressive House, Electronica

Intro
Jonas Saalbach "Headlines"

Am 29. Oktober 2021 hat der Berliner DJ und Producer Jonas Saalbach sein neues 11-Track-Album „Headlights“ auf dem eigenen Radikon-Label herausgebracht, das er im Jahre 2018 gegründet hat. Es ist erwiesenermaßen ein geschickter Schachzug, sein eigenes Label zu gründen und dort auch die eigenen (neuen) Releases unterzubringen, da der Artist damit nicht mehr an eventuelle Produktionsregularien eines Fremdlabels gebunden ist. „Headlights“ ist jedoch, entgegen den Aussagen auf dem Label-Waschzettel, nicht der Höhepunkt der Karriere von Jonas, denn diese Beschreibung erscheint mir als etwas zu verkürzt. Das neue Album ist etwas ganz Anderes als nur ein durchlaufender Karriere-Höhepunkt.

Kurzer historischer Abriss:

Vielmehr hat es Jonas Saalbach geschafft, mit dem Release von „Headlights“ und dem Album „Reminiscence“ (2019) nun das Hochplateau der elektronischen Musik zu erklimmen. Und dort oben lebt es sich verdientermaßen ganz gut, sofern man den Qualitätsstandard halten kann. Auch der Auftritt beim Burning Man Festival 2019 und die darauf folgende Cercle-Video-Produktion „Live at Preikestolen in Norway for Cercle“ zusammen mit Einmusik waren extrem hilfreiche Trainingseinheiten für das Erreichen des genannten Status. Dies ist also alles andere als nur ein Höhepunkt der Karriere, es ist vielmehr die Grundlage für den Erfolg in der Zukunft – und diesen Erfolg wird Jonas Saalbach haben, auch international – da bin ich mir ziemlich sicher.

Die Cercle-Video-Produktion war in Sachen Jonas Saalbach für mich das Schlüsselerlebnis schlechthin. Die atemberaubende Kulisse auf der natürlichen Felsplattform Preikestolen hoch oben über dem Lysefjord, dazu die Video-Produktionskunst des Cercle Teams und last but not least die Tracks von Einmusik und Jonas Saalbach formten mit dieser Produktion ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk allererster Güte. Seit diesem wirklich zutiefst beeindruckenden Event hat der Sound von Jonas Saalbach in meine Ohren einen wunderschönen kühlen nordischen Touch (der Preikestolen prägt halt ungemein) mit immensem Tiefgang, der sich allerdings grundsätzlich mit Pathos überhaupt nicht verträgt.

Das Album Headlights
Jonas Saalbach
Jonas Saalbach

Doch wie charakterisiert man das neue Album „Headlights“ von Jonas Saalbach nun am besten? Als das Album „Reminiscence“ erschien, und ich zudem das oben erwähnte Video angeschaut hatte, waren die beiden Vorgänger-Alben „Ancient Lake (2015)“ und „Perspective (2017)“ für mich klassische Pflichtkaufübungen. Die Alben von Jonas gehören als Teil meines Archivs zu den raren Alben, die man über die Jahre immer wieder gerne laufen lässt. Und dies gilt auch, mit einer kleinen Einschränkung, für das neue Album „Headlights“.

Jonas beherrschte schon immer die große musikalische Geste und wusste zu jeder Zeit, wie die sich langsam entwickelnden Harmonielinien in seinem Sound zu setzen sind. Dies war schon immer einer der typischen Saalbach’schen musikalischen Markenzeichen, doch in „Headlights“ setzt Jonas Saalbach noch eins drauf.

Das Album startet mit dem beinahe schon epischen „Half a Decade“, ein Opener mit der großen musikalischen Geste im kinematografischen Breitwand-Cinemascope-Sound. Weiter geht′s dann mit dem gleichen Kaliber, der Track „Headlights“ punktet einerseits mit mehrfach miteinander verwobenen schwebenden elektronischen Klangebenen und leicht klagenden Vocals. „Transformation“ glänzt mit Tech Vibes und meisterhaft angelegten mehrfach gerasterten Soundebenen. Die Tracks „Nacho“, Jenora und vorallem „Acstatic“ sind echte akustische Hingucker, insbesondere „Acstatic“ vermag mit leichten 80er Electro-Reminiszenzen sehr zu gefallen.

Doch bevor ich Euch weiter mit meinen Worten langweile, will ich Bilder sprechen lassen und präsentiere Euch die neueste Videoproduktion „Jonas Saalbach Live at Krka National Park, Croatia by TIME:CODE“

Das Video: Live at Krka National Park, Croatia by TIME:CODE

Die Tracklist:

00:00 Transformation *
07:03 Too Much Future
12:46 Lyra feat. Nico Morano
17:15 Nacho *
21:45 Acstatic *
25:18 Headlights feat. Angus Powell *
30:12 Wanderlust *
34:54 Guy J – Catfish (Jonas Saalbach Remix)

40:17 Cellophane feat. SANDHAUS *
45:02 Gardens Of Siam *
49:30 2011 *
54:09 Fulltone – Mahe (Jonas Saalbach Remix)
59:05 Providence feat. Yuven
01:04:18 Jenora *
01:09:18 Changing feat. Luna Semara *
* = from the new album „Headlights“

Die Songs aus diesem Video stammen größtenteils vom neuen Album „Headlights“. Die Bildqualität liegt in 4K vor und ist exzellent, lediglich bei einigen Drohnen-Überflügen und -Panorama-Shots kommt es zu leichten Nachzieheffekten, Cercle hat dies etwas besser im Griff. Der Fairness halber sei aber gesagt, dass TIME:CODE in der letzten Zeit in Sachen Video-Bildqualität mächtig zugelegt hat und zählt für mich seit dem sensationellen „Nils Hoffmann at Carpathians, Romania“ – Video zu den weltweit besten Video-Produktions-Crews.
Die Location im Krka National Park in Kroatien mit den betörend schönen Wasserfällen ist unglaublich beeindruckend, mit der fantastischen Kameraarbeit und dem Sound von Jonas Saalbach wurde hier ohne Zweifel ein audiovisuelles Meisterwerk geschaffen.

The Bottom Line:

Das Video kam ca. vier Wochen vor dem „Headlights-„Album raus und ist mit der überaus gelungenen audiovisuellen Umsetzung ein echter Appetizer für das Album „Headlights“. Mit „Headlights“ hat Jonas Saalbach ein sehr gutes Album abgeliefert, lediglich die Tracks „Half A Decade“ und „Headlights“ (und das sind die bereits genannten Einschränkungen) kommen nach meinem Geschmack mit zu viel Pathos und etwas zu dick aufgestrichen daher. Das Album liegt in CD-Qualität mit 16 Bits / 44.1 kHz vor, also lossless, aber ich kann mir nicht verkneifen zu bemerken, dass lossless eben nicht Hi-res ist.

9.5

Overall

Music10
Format: 24 Bit / 48 kHz10
Räumlichkeit / Spatiality10
Höhen / Treble9.5
Mitten / Mids9.5
Bass / Bass9.5
Video (Sound + Picture)8

Artist: Jonas Saalbach
Title: Headlight
Format: Album (Digital/Vinyl)
Release Date: 29.Oktober 2021
Format Digital / Vinyl
Label: Radikon
Cat-No: Rdkn38

Lossless

Digital zum Kauf verfügbar ab 19. Nov. 2021
bei Bandcamp in 16 Bit / 44.1 kHz (lossless)

Mein Test-Equiment:

Studio 1 (High End):

  • 2 x System Audio SA Mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 1 x System Audio Saxo 10 (Subwoofer)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client mit max. 32 Bit / 384 kHz)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi (max 192 kHz für  Audio, Tidal (MQA Streaming Client)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Amazon Cube 4K (Streaming Client) Dolby Atmos (restricted), HDR, Dolby Vision
  • Panasonic DP-UB9004 (4K UHD Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Oppo UDP-203 (4K Ultra HD Blu-ray Disc Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp) 4K, Dolby Atmos, Hi-res
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)
  • Sony KD-55A1 (TV) 4K OLED, HDR, Dolby Vision

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INAMAR

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