Portico Quartet: Monument – 2021

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Portico Quartet: Monument – Album – Gondwana Records – 2021

Genre: Electronica, Ambient, Jazz, Minimalism

Intro:
Portico Quartet

Am Freitag, 12.11.2021 ist wahrscheinlich eines der wichtigsten Alben im Bereich Jazz/Ambient/Minimalism/Electronica des Jahres 2021 erschienen: Portico Quartet mit dem Album „Monument“. Und wie immer dauerte es bei mir fast zwei Wochen, bis ich dieses neue Werk für mich musikalisch erschließen konnte. Anders als „Terrain“, das am 28. Mai 2021 erschienen war, wendet sich das Duo aus London, UK mehr der vermeintlich klassischen Songstruktur zu, die 10 Tracks schwanken in der Laufzeit zwischen 3 und 8 Minuten. Sicherlich ist „Monument“ somit für den Hörer in der Theorie erstmal direkter zugänglich als das Werk „Terrain“, das mit einer Gesamtlaufzeit mit einer Gesamtlaufzeit vom 38:46 min aus drei „Sätzen“ (Terrain I, II und III) bestand.

Das Album Monument:

Ohrenfällig ist, dass das neue Album „Monument“ deutlich mehr stilprägenden elektronische  Elemente aufweist als das gefeierten Ambient/Minimalism Vorgängeralbum „Terrain“ und sogleich mit dem Hörer auf eine ungewohnt direkte Weise kommuniziert. 2021 war für das Portico Quartet trotz aller Widrigkeiten, die dieses Jahr mit sich brachte, ein überaus kreatives Jahr, denn zwei Alben innerhalb von sechs Monaten veröffentlichten zu haben, dies ist schon mehr als nur außergewöhnlich. Für den kreativen Schaffensbereich der Band sind beide Alben, „Terrain“ und „Monument“, überaus wichtig und prägend.

Anfangs bildeten beide Alben im Rohzustand eine künstlerische Einheit, doch schließlich schob sich „Terrain“ in den Vordergrund. Doch im Laufe der Produktionszeit brachten Portico dabei das Kunststück fertig, beide Alben gleichberechtigt nebeneinander zu schreiben, in der gleichen Session aufzunehmen und doch als zwei als voneinander getrennte Alben zu modellieren, die jeweils gegensätzliche Ideen und Formen aufweisen.

Während „Terrain“ uns die dunklen Seiten der alles beherrschenden Pandemie aufzeigt und Bellamy und Wyllie damit umgingen, so erscheint Monument wie ein gleißendes Hoffnungszeichen, das uns den Weg in bessere Zeiten weisen will. Monument geriet dabei zu einem Semi-Tanzalbum, verbindet feste Bodenhaftung mit pulsienender unglaublicher Energie, leuchtender Ausstrahlung und einem skalpellscharfem Blick auf das Wesentliche.

In Their Own Words:

Jack Wyllie sagt dazu.: „Es ist möglicherweise unser bisher direktestes Album. Es ist melodisch, strukturiert und zeichnet sich durch effiziente Sparsamkeit der eingesetzten Mittel aus. In der Musik selbst gibt es nicht viel Suche oder Verschwendung, es sind alles fertige Ideen, präzise geformt und wird präsentiert als poliertes Artefakt.“ Bellamy fügt hinzu: „Monument ist irgendwo zwischen unseren Alben Portico Quartet und Art in the Age of Automation angesiedelt. Der Sound ist vielleicht etwas elektronischer – es gibt mehr Synthesizer und elektronische Elemente, als wir bisher verwendet haben, und die Musik ist oft stromlinienförmig und rhythmisch“.

Einige Tracks im Detail:
Portico Quartet
© Hannah Collins

Opening“  ist der ätherisch cineastische Opener des Albums, das kurze pulsierend pochende „Impressions“ mit den Portico-spezifischen Hang Drums, einem zart dichten Saxofon und einem Club-beeinflussten Groove zeichnen den Pfad der musikalischen Handlung des Albums in den Sand. Das Gleichgewicht zwischen den genannten Elementen treibt den Track mit einer einerseits melodisch menschlichen und einer anderseits  rhythmischen Maschinenkonfiguration nach vorne in eine sich weit öffende unspezifische Ebene.

„Ultraviolet“ ist ein Track mit eindringlicher Einleitung, einem beharrlich pulsierendem Flow und erinnert ein wenig an Klaus Doldingers Suche nach Seelenruhe mit seiner Band Passport in dem epochalem Album „Ataraxia“ aus dem Jahr 1978. Das wehmütige „Ever Present“ baut auf einem einfachen Klavierrefrain auf; darüber schwebt eine nostalgische Melodielinie, während Schlagzeug und Bass parterre eindringlich grooven, um schließlich gemeinsam einen euphorischen Höhepunkt zu feiern.

Der Titeltrack „Monument“ baut sich um ein gelooptes Gesangssample, Schlagzeug und einer rätselhaften Melodie herum auf und endet mit einer hauchdünnen, Spinnweben verwobenen Synthie-Linie. Der Track besticht mit sparsamer Instrumentierung und punktförmiger Leuchtkraft. „AOE“ springt hin und her, baut die Spannung zwischen einer pastoral angehauchten Cello- und Saxophonmelodie auf und wechselt dann abrupt zu sich verlierenden Drum-Mustern im Verbund mit einem wimmernd verzögertem Saxofon und einer fiebrigen Synthesizerlinie.

Das Album schließt mit „On The Light“, einem Track, der ein Gefühl von Spannung und wiedergewonnener Freiheit vermittelt, angetrieben von den spasmodischen Drums von Bellamy und einem eindringlich sphärischem Saxofon von Wyllie. Der Track erscheint wie ein perfekt bittersüß emotionales  Positionslicht für die neue Klangkathedrale  des Portico Quartets mit dem Namen „Monument“.

The Bottom Line:

Artist: Portico Quartet
Title: Monument
Format: Album
Label: Gondwana Records
Release Date: 05. November 2021
Genre: Modern Jazz, Ambient, Electronica
10 Tracks • 43m 56s

Portico Quartet’s „Monument“ ist ein unglaublich stimmiges Modern Jazz-Album mit kräftigen Anleihen aus Electronica- und Ambient-Gefilden. Die Tracks „Ultraviolett“, „Impressions“ und „Monument“ sind die in der Nacht gleißenden Orientierungslichter des Albums, an denen sich der Hörer und Fan entlang hangeln kann. Doch das neue Album ist wiederum kein Snack für nebenbei, „Monument“ muss man sich, wie jeder andere Portico Quartet Album auch, erarbeiten, Track für Track, Tag für Tag. Hat man diese Aufgabe gemeistert, dann ist „Monument“, wie schon das Vorgänger-Album.„Terrain“, ein Freund für den Rest Eures Lebens. Die Klangqualität ist – wie immer bei Gondwana Records – über den ganzen Frequenbereich hinweg exzellent.

Hi-Res

Verfügbar bei Qobuz in
24-Bit / 44.1 kHz – Stereo

9.9

Overall

Music10
Format: 24 Bit / 44.1 kHz9.5
Räumlichkeit / Spatiality10
Höhen / Treble10
Mitten / Mids10
Bass / Bass10

Hier noch mal der Link zum Review von Terrain nebst Anhörmöglichkeiten:

Mein Test-Equiment:

Studio 1 (High End):

  • 2 x System Audio SA Mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 1 x System Audio Saxo 10 (Subwoofer)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client mit max. 32 Bit / 384 kHz)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi (max 192 kHz für  Audio, Tidal (MQA Streaming Client)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Amazon Cube 4K (Streaming Client) Dolby Atmos (restricted), HDR, Dolby Vision
  • Panasonic DP-UB9004 (4K UHD Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Oppo UDP-203 (4K Ultra HD Blu-ray Disc Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp) 4K, Dolby Atmos, Hi-res
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)
  • Sony KD-55A1 (TV) 4K OLED, HDR, Dolby Vision

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