WhoMadeWho: Live @ Temples of Abu Simbel – 2021

Cercle

Zwei lange Wochen haben wir sehnsüchtig warten müssen bis uns Cercle diese Videoproduktion von “WhoMadeWho live at Abu Simbel, Egypt for Cercle” endlich bei YouTube in exzellenter 4K Bildqualität und richtig guter Klangqualität präsentieren konnte. Und sein wir doch mal ehrlich, dass was uns zur Premiere am 22.02.2021 bei bzw. von Facebook präsentiert wurde, war einen audiovisueller Gau mit unzumutbar permanent verrauschten Bildsequenzen und akustischen Mini-Droputs.

Aber hat Cercle die 4K Release bei YouTube hochgeladen und wir können diesen Ausnahme-Gig von WhoMadeWho vor der spektakulären Kulisse der beiden Tempel von Abu Simbel am
Westufer des Nassersees in Ägypten in bestmöglicher Qualität genießen.

Wenn sich WhoMadeWho, die Großmeister des unkonventionell melodisch schrägen Live-Gigs aus Kopenhagen in Dänemark und die Video-Produktions-Päpste von Cercle aus Frankreich zusammentun, um ein ca. 100 minütiges Live-Video zu produzieren, dann kann dabei nur etwas sensationell Großartiges herauskommen. Und so war’s denn auch. Es schien gerade so, als sei die Band ohne Passkontrolle durch die ägyptischen Behörden eben gerade mit massenweise Equipment durch das Stargate vom Planeten Abydos auf der Erde eingereist um Pharao Ramses II. mit einem space-igen Konzert zu erfreuen. Wie sagt die Combo doch so treffend in dem Song “Montserrat”:

Say, we move in slow motion
In space, just drifted alone
Solo, so full of emotions
This place is widely profound

Jo, stimmt, 100 Punkte.

Der Sound ist definitiv nicht von dieser Welt und klingt, als ob ein Roter Riese 25 km rechts vom Jupiter gerade dabei ist zu implodieren und heftige stellare Winde mit ultratiefen Bass-Sequenzen und erratischen PostDisco- und Minimal/TechHouse-Versatzstücken in Richtung Erde schickt. Diese schlugen dann so um das Jahr 2005 herum in Kopenhagen im Proberaum von WhoMadeWho auf, die sich gerade angestrengt gefragt hatten “Und was machen wir jetzt?”.

Diese Frage wurde postwendend für alle Zeiten ein für allemal beantwortet, denn seit dieser Zeit jedenfalls erfreuen uns WhoMadeWho mit einem völlig unverwechselbaren Sound, der von Release zu Release zu den Sternstunden der modernen Elektronischen Dance Music gezählt werden darf. Zum einen sind WhoMadeWho immer auf der Suche nach der verlorenen tiefsten Bass-Sequenz, die sie während diesen Gigs wohl auch wiedergefunden zu haben scheinen und die wohl selbst die ehrwürdigen Tempel von Abu Simbel zum Einsturz bringen könnten.

Zudem garnieren WhoMadeWho das Ganze mit tanzwütigem elektronischem PostDisco-Gepoche, sphärischem Gesang, elektrischer Gitarre und “echtem” Schlagzeug sowie diversen akustischen Percussion-Instrumenten wie z.B. einem Xylofon.
Die Dänen überzeugen mittlerweile auch als DJ-Team mit spannenden Hybrid-DJ-Sets wie dem hier besprochenen und natürlich auch mit ihren Album- und EP Eigenproduktionen, die immer wieder von anderen DJ-Größen durch Remixes veredelt werden.

Aber ich muss hier aber noch mal etwas loswerden zu den höchst merkwürdig nervenden Kommentaren der Fans bei Facebook, die nicht davon lassen konnten, WhoMadeWho mit stets wachsender Begeisterung mit Pink Floyd zu vergleichen.
What? Pink Floyd? Geht’s noch?
Sicher, im anschließenden Interview sagt die Band auf die Fragen eines Fans, dass sie durchaus von Pink Floyd beeinflusst seien. Aber mein Gott, Leute, das sagt nichts aus, aber auch rein gar nichts. Denn wer seit 2003 mittlerweile 8 Alben und einen riesigen Sack von EP’s herausgebracht hat, der fühlt sich natürlich immer von irgendwas und irgendwem beeinflusst, von Marillion, den Beatles, Elvis Presley, Giorgio Moroder, Daft Punk, Anita Ward, der Landung der Vulkanier auf der Erde oder sonst was.

Nein, WhoMadeMade haben sich seit 2003 permanent entwickelt, mal nach vorne, mal seitwärts nach links, mal nach rechts, mal ins nächstgelegene Paralleluniversum. Die Combo hat sich in all den Jahren Ihren eigenen Kosmos mit unglaublich hohem Wiedererkennungswert geschaffen – unverwechselbar mit seltsam wohligen Klanglandschaften, auf denen sich hervorragend tanzen lässt. WhoMadeWho verkörpern die hohe Schule der skandinavisch / dänisch / isländischen Kompositionskunst mit Größen wie GusGus, VÖK, Kiasmos oder auch dem Berliner Monolink.

Tracklist:

[0:00] Abu Simbel
[8:00] feat.Patrice Bäumel – Nefertari
[14:00] ID – ID
[20:00] ID – ID
[25:00] feat. Mano Le Tough – Oblivion [KOMPAKT]
[31:00] ID – ID
[36:00] feat. Rampa – Tell Me Are We [INNERVISIONS]
[40:00] ID – ID
[44:00] feat. Marc Pinol – Sooner [KOMPAKT]
[49:00] feat. – Montserrat (ARTBAT Edit) [WATERGATE]
[56:00] ID – ID [
1:01:00] feat. ARTBAT – Closer [WATERGATE]
[1:07:00] feat, Adana Twins – Immersion [KOMPAKT]
[1:13:00] I Don’t Know (Stereocalypse Remix) [EMBASSY OF MUSIC]
[1:18:00] Heads Above [DARUP]


Wenn Ihr nun noch nicht genug von WhoMadeWho bekommen habt, so sei Euch noch das Video “WhoMadeWho (Live) – Mayan Warrior – Burning Man 2019” empfohlen.

Schließlich will ich Euch noch das Album “Watergate 26” näherbringen, ein DJ-Set vom Watergate-Label aus Berlin aus dem Jahre 2019, das von WhoMadeWho eingespielt worden und in der Folgezeit von der Band immer wieder als Vorlage für diverse Gigs genutzt worden ist. Die ersten beiden Tracks Abu Simbel und Nerferati werden übrigens auf dem neuen Cercle-Label erscheinen.

 

Last but not least:
Das neue Album von WhoMadeWho mit dem Titel “Synchronicity”, das den Jungs sensationell gut gelungen ist und all das, was ich weiter oben schon über den Sound von WhoMadeWho sagte, gekonnt auf den Punkt bringt. Der herausragende Track auf dem Album ist Cecil, den Ihr Euch unbedingt anhören solltet. Mit von der Partie sind Größen wie Frank Wiedemann (RY X, The Acid, Howling), Sainte Vie, Mano Le Tough, Marc Pinol, Adana Twins, Echonomist, Axel Boman, Perel, Michael Mayer, Rebolledo und Roab Wruhme.

Facts:

Album: Synchronicity
Artist: WhoMadeWho
Label: Kompakt erschienen am 13. November 2020
Electronic • 12 Tracks • 01h 18m 59s

Verfügbar bei Qobuz in CD-Quality
16-Bit 44.1 kHz – Stereo

 

Mein Test-Equiment:

Studio 1:

  • 2 x System Audio SA mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi, Tidal (Streaming Client)
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp)
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)

Studio 2:

  • Speaker: 2 x KEF LS-50 Wireless II Aktiv
  • DAC: Cambridge DAC Magic Plus
  • Kopfhörerverstärker/Vorverstärker: Auralic Taurus
  • Kopfhörer InEar: Shure SE846 mit ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
  • Kopfhörer OverEar: Audeze EL-8
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