Oora: Iterations (Album) – 2021

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Oora: Iterations – Album – 2021 – Random Collective Records

Genre: Electronica, Ambient-Dub, Slow-Techno, Minimal Organic TechHouse

Intro

Am 05. August 2021 erscheint Oora’s neues Album “Iterations” bei dem kleinen aber feinen Label “Random Collective Records”. “Iterations” ist das zweite Album des gebürtigen Italieners und in Brooklyn NY lebenden Elektronik-Künstlers Oora (pronounced like Aura) aka Federico Chiesa.
Während sein erstes Album “Memoria”, das am 24. September 2020 erschienen ist, eine nostalgische Reise zurück zu den Tagen seiner Kindheit war, ist “Iterations” im Gegensatz dazu ein Ausbruch aus der erzwungenen Lockdown Studio-Enge, sowohl physisch als auch mental.

Das Video “Oora + J/Née // Live Improvised Performance for The Vigil”

Angefangen mit Oora und mir hatte alles im Mai 2021, als mein von mir trainierter YouTube-Bot mir das Video “Oora + J/Née // Live Improvised Performance for The Vigil” empfahl. Ich stelle Euch das am besten hier mal vor, denn die Musik von Oora gewinnt durch die visuelle Darstellung noch mal ganz kräftig.

Ich war von der Darbietung derart beeindruckt, dass ich mir das Video 3 oder 4-mal hintereinander angeschaut hatte. Oora und J/Née haben diesen Gig für die Veranstaltung “The Vigil” des Maryland Institute College of Arts (MICA) Baltimore aufgenommen und in Szene gesetzt. Wie üblich haben sich die beiden dabei nicht an einen steifen Produktions-Plan gehalten und einfach improvisiert. Und der Flow dieser 22 minütigen Darbietung ist schlichtweg faszinierend. J/Née benutzt einen Critter und Guitar Eyesy als Overlay.

Oora nutze für diese Produktion einen analogen Vermona PERfourMER MKII monophonen Synthesizer, dazu einen Roland Tr8, ein digitales Microcosm Effektgerät auf Basis eines Granulardelays von Hologram Electronics, einen Death by Audio Rooms Stereo Reverberator, des Weiteren einen Benidub Digital Echo Effektgenerator, und schließlich ein Eventide Space Effektgerät für digitale Raumsimulationen. Gesteuert hat Oora das Ganze mit dem Elektron Octatrack MKII Achtspur-Performance Sampler, dem  Faderfox PC12 MIDI-Controller und dem frei konfigurierbaren Multi-Effektgerät Mod Devices MOD DUO X. Wie Ihr seht ist der elektronische Zoo von Oora recht ansehnlich.

Oora’s Musik erinnert mich an den Sound von Tangerine Dream mit dem Album “Ricochet” aus dem Jahr 1975 oder auch an Klaus Schulze mit dem Album “Timewind” aus den gleichen Jahr. Allerdings sind beide mit Ihrer voluminösen Barock-Elektronik im Laufe der Jahrzehnte jedoch reichlich aus der Zeit gefallen.

Das Album Iterations von Oora
Oora
Oora – Iterations (Random Collective)

Der Oora Sound weist zwar die eine oder andere Parallele zu Tangerine Dream und Klaus Schulze auf, ist jedoch aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Oora’s Musik ist ungemein organisch modern und mäandert mit seinen vielen Multi-Klangwelten irgendwo im Dreieck zwischen Ambient-Dub, Slow-Techno, und Minimal Organic TechHouse. Als bekannt wurde, dass Oora ein neues Album produziert hat, nahm ich mit ihm Kontakt auf und erhielt von Oora und dem Label “Random Collective Records” binnen kürzester Zeit alle Informationen, um Euch dieses Review präsentieren zu können.

“Iterations” ist Electronica im allerbesten Sinne des Wortes. Es sind multidimesionle Klangwelten, die sich im ureigenen Oora-Biotop abspielen und permanent entwickeln, eine eigene Welt, die so gut ist, dass sie als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt werden sollte. Denn Oora “forscht” an der Wurzel der elektronischen Musik und liefert einen immens wichtigen Teil zur Weiterentwicklung der elektronischen Music, ganz so, wie es meine Buddies bei SINE MUSIC im Schwarzwald tun. Wichtig aus dem Grunde, weil diese Musik viel mehr ist als die flüchige, kommerzielle DeepHouse- und Dancefloor-Elektronik oder unambitioniert langweiliger Ambient-Sound.

Sicherlich gibt es auch dort Ausnahme-Künstler aus der zweiten Reihe, wie beispielsweise die Produzentin Inamar mit ihren wunderschönen Gute-Laune-Dancefloor-Hooks, Blooy mit seinen Lo-Fi Experimenten oder auch Blocoroco mit seinem verspulten AfroHouse-Sound, die immer wieder mit neuen Ideen und Ansätzen zu überzeugen vermögen. Doch Oora ist so vollständig anders.

Die meisten Tracks auf “Iterations” beginnen mit einem atmosphärischen Pad, das die Grundlage bildet für die weitere Entwicklung der Tracks und für die richtige Stimmung.

Oora
Oora

“Eterno”, der Opener des Albums, ist eine fast 10-minütige Reise, die die Stimmung für das gesamte Album vorgibt. Der Hauptteil wurde aus einem Klavier-Sample und einigen Juno-Sounds erstellt. Oora liebt Filme und findet es nach eigener Aussage höchst spannend, wie Film und Musik miteinander funktioniert. “Manchmal gehe ich an die Komposition mit der Idee heran, eine Stimmung oder eine Szene zu erzeugen. Was dabei herauskommt, ist kein richtiger Track, sondern eher so etwas wie eine Stimulierung der akustischen Nervenbahnen des Hörers”, wie er sagt.

Oora setzt sporadisch akustische Instrumente und Field Recordings ein und sampelt alle Umgebungsgeräusche, die er um sein Haus herum finden kann. Diese liefern die grüne, organische Klangbasis, auf der sich seine beeindruckenden elektronischen Klangwelten aufbauen können.

Für den Track “Coda” wurde zunächst ein Pad auf dem Novation Peak erstellt, das dann durch den Fairfield Circuitry Shallow Water, den Hologram Microcosm und durch Death by Audio Rooms gelaufen ist. Dazu kamen dann noch einige Sequenzen auf verschiedenen Spuren, die Oora mit dem Portastudio aufgenommen hat. Zu guter Letzt spielte Oora dann ein wenig mit den Fadern, um den endgültigen Sound aufzunehmen. Außerdem wurden noch Schlagzeug und ein paar andere Sounds hinzugefügt. Das mag jetzt alles reichlich technisch klingen, doch auf diese Art und Weise kreiert Federico seine ureigene elektronische Musik-Biosphäre.

Fazit

Iterations ist allerbestes immens faszinierendes elektronisches Kopfkino, das den Hörer auf eine Reise mitnimmt bei der er Zwänge, Grenzen und Limitierungen hinter sich lassen kann. Federico macht mit Iterations und dem unglaublichen gutem Flow der Tracks den Kopf des Hörers wieder fit und befreit von Alltagslimitierungen. Man nehme Iterations und stelle Sie sich vor, den Sound live auf dem entsprechenden alternativen Festival hier in Deutschland zu hören: Das Publikum wird definitiv irgendwann anfangen, zu Oora’s Musik zu grooven.

Klangqualität

Iterations lag mir als 24 Bits / 48 kHz File vor und klingt über den gesamten Frequenzbereich fantastisch.

Format: 24 Bits / 48kHz9,5
Räumlichkeit10
Höhen10
Mitten10
Bass10
Total9,9
Facts zu Oora – Iterations

Artist: Oora
Title: Iterations
Format: Album
Label: Random Collective Records
Release Date: 05. August 2021
7 Tracks – 47:19 min – stereo
Verfügbar über Bandcamp

Mein Test-Equiment

Studio 1 (High End):

  • 2 x System Audio SA Mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 1 x System Audio Saxo 10 (Subwoofer)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client mit max. 32 Bit / 384 kHz)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi (max 192 kHz für  Audio, Tidal (MQA Streaming Client)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Amazon Cube 4K (Streaming Client) Dolby Atmos (restricted), HDR, Dolby Vision
  • Panasonic DP-UB9004 (4K UHD Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Oppo UDP-203 (4K Ultra HD Blu-ray Disc Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp) 4K, Dolby Atmos, Hi-res
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)
  • Sony KD-55A1 (TV) 4K OLED, HDR, Dolby Vision

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