Klangstein: Viela (Album) – 2021

Es geschah im Jahre 2015, ich stöberte in qobuz nach Neuheiten im Bereich Electronic und stieß auf ein ansprechendes Album mit weißem Cover betitelt Orbit. Von Klangstein, a.k.a. Torben Weber in der Nähe von Frankfurt tief im hessischen Ried. Ich hörte rein und fand Gefallen an den elektronischen Downtempo-Kompositionen, wunder schön eingespielt und wie üblich bei Sine Music aus Villingen-Schwenningen in exzellenter Klangqualität mit

Referenzstatus. Dann wurde es ruhig um Klangstein – zumindest für mich – , denn ich hatte mich zunehmend anderen Stilarten zugewandt, zwar immer noch Electronica, jedoch hin bis zu Trance, Deep House, Minimal TechHouse und Techno. Und so haben wir uns etwas aus den Augen verloren.

Zeitsprung in Jahr 2021, mitten in der Pandemie, eine Zeit, in der Musik einen noch nie so hohen Stellenwert in meinem Leben eingenommen hat. Ich hatte testweise qobuz wieder aktiviert, durchstöberte die Electronic-Neuheiten und stieß auf ein Album mit dezent blauen Cover und dem stylischen Schriftzug Klangstein – Viela. Ein alter Bekannter also.

Beim Durchhören blieb ich beim dritten Track “Ganz leise (Viela Edit)” hängen. Das Ganze kam mir bekannt vor, und richtig, Klangstein hatte den Track bereits in verschiedenen Remixes im Jahre 2010 veröffentlicht. Mittlerweile dürfte ich den Track im “Viela Edit” so um die 50 mal gehört haben. “Ganz leise” ist einer dieser Songs, die bei mir ein 9,5er Beben auf der EDM-Richterskala auslösen. Melancholisch traurig arrangiert, mit verhalten nach vorne treibenden tief runter reichenden Beats und den betörenden Vocals von Sylvia Gerlach, treibt dieser Track einen wohligen Schauer nach dem anderen den Rücken hoch – und hat allergrößtes Dancefloor-Potential.

Auch ein befreundeter recht bekannter DJ aus Österreich, dem ich den YouTube-Link zum Track geschickt hatte, war auch begeistert. “Wenn man da ne groovige Bassline und ein paar Percussion-Sachen dazu tut, dann wird “Ganz leise” definitiv zum Floorkiller”, meinte Blockoland und ich gebe im dabei absolut recht.
Also schiebt noch einen fetten Remix hinterher und wir pushen das Teil dann in allen Kanälen!

Der Track “Viela” taucht leicht in Deep House-Gefilde ein, während “Chemicals” und “Nighflight” mit schwül stampfend treibenden Basslines und einer faszinierend monotonen Motorik zu gefallen wissen.
Der Downtempo-Track “Querbeat” hingegen ist ein faszinierendes Beispiel für experimental ambient sounds, das chillige “Some Quiet Moments in the Elevator” kommt mit pulsierenden Synthie-Sequenzen in bester Downtempo-Manier daher und war bereits auf der 2018 bei Klangstein’s eigenem schalldeluxe-Label erschienen EP “The Elevator Sessions 01” verzeichnet.

“Electric Penguin” vollführt wieder einen Zeitsprung, teleportiert uns in die 80er und lässt die eine oder andere Erinnerung an EBM wach werden, “Little Satellite” könnte auch als launig beschwingter Mini-Soundtrack für den Flug der Voyager-Sonden durch das tiefe All herhalten.

Das Album “Viela” deckt mit Ambient, Chillout, Deep House und Downtempo bis hin zu Midtempo-Dancefloor-Nummern ein enormes Spektrum an moderner elektronischer Musik ab und vermag mit einer exzellenten Klangqualität zu glänzen.
Wenn man überhaupt etwas bemängeln möchte, so mag dies der breite Genres-Streifzug sein, den Klangstein auf Viela vollzieht. Eine etwas stärkere Fixierung auf Electronic Dance Music würde dem Klangstein-Projekt sicher nicht zum Nachteil gereichen.

Facts zu Klangstein, Viela

Artist: Klangstein
Album: Viela
Label: SINE MUSIC
Release Date: 29. Januar 2021
Electronic • 12 Tracks • 01h 13m 33s

hi-res audioVerfügbar bei qobuz in
24 bits 44.1 kHz – Stereo

Mein Test-Equiment:

Studio 1:

2 x System Audio SA mantra 50 (front)
1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
Auralic Altair (Audio Streaming Client)
NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi, Tidal (Streaming Client)
Yamaha CX-A5100 (Preamp)
Yamaha MX -A5000 (Power Amp)

Studio 2:

Speaker: 2 x KEF LS-50 Wireless II Aktiv
DAC: Cambridge DAC Magic Plus
Kopfhörerverstärker/Vorverstärker: Auralic Taurus
Kopfhörer InEar: Shure SE846 mit ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
Kopfhörer OverEar: Audeze EL-8
Kopfhörer OverEar: BeyerDynamic DT 880 S (Studio)

 

Teilen mit ...

Einen Kommentar schreiben ist so was von cool

%d Bloggern gefällt das: