Gretel Haenlyn – Echoes with Jehnny Beth – @ARTE Concert – 2022

Review zum Video Gretel Haenlyn – Echoes with Jehnny Beth – @ARTE Concert – 2022
Facts zum Video
Gretel

Artist: Gretel Hänlyn
Country of Origin: UK, London
Title: Echoes with Jehnny Beth – @ARTE Concert
Plattform: ARTE Concert France
Auflösung: 1080p
Record Label: VLF Records
Recorded: 22. Juni 2022 / 1080p
Published: 15.09.2022

UK-Flag 45

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Review

Gretel Hänlyn kommt aus London – aus West London, um genau zu sein. Madeleine Haenlein aka Gretel Hänlyn wuchs mit der Musik von Nick Cave, Nirvana und Tim Buckley auf und hat sich ein eigenes von Gothic und Grunge beeinflusstes musikalisches Universum erschaffen. Mit den Vorbildern und diesen musikaliscchen Klangfarben liegt sie bei „Echoes with Jehnny Beth“ natürlich goldrichtig.

Unterstützt von drei großartigen Musikern an Bass, Gitarre und Schlagzeug stellt Gretel Hänlyn bei „Echoes with Jehnny Beth Songs“ aus ihrem Debütalbum „Slugeye“ vor. Und auf die Band wollen jetzt noch mal etwas ausführlicher eingehen. Ich habe schon lange keine Band mehr live gesehen, die derart viel Spielfreude auf die Bühne gebracht hat. Der Spaß am gemeinsamen Auftritt war vom ersten bis zum letzten Moment zu sehen.

Ich konnte meine Augen nicht von Anuoshka lassen, sie ist sicherlich nicht die dynamischste Schlagzeugerin auf dem Planeten, aber in Bezug auf Präzision und Timing ist sie unglaublich fantastisch. Zusammen mit dem richtig guten Bassisten Edd Paul rollen die beiden den Rhythmus bei den Midtempon-Nummern und den Balladen gefühlvoll aber überaus effektiv hin zum Zuschauer aus. Doch wenn es bei packenden Nummern wie Motorbike oder Apple Juice erforderlich wird, drückt Edd die Bassequenzen von hier oben vom 4. Stock runter bis in den Keller, die dann der verdammten Gasheizung den Rest geben.

Gretel Hänlyn
© Jay Izzard

Auch an der Gitarrenfront ist alles perfekt im Lot, Chico Parada beherrscht sein Gitarren-Handwerk perfekt und harmoniert exzellent mit den rundum perfekten Gitarrenkünsten von Gretel Hänlyn. Und Gretel? Was soll ich sagen? Was für eine beeindruckende Persönlichkeit, was für eine unglaublich berauschen Stimme, die durchaus auch ziemlich hoch hinauf kann, aber auch ganz tief runter in den rauchigen Keller, wo sie dann auf die letzten sich verflüchtigenden Basssequenzen von Edd trifft. Gretel hat eine faszinierende Bühnenpräsenz und, mit ihren gerade mal 20 Jahren, eine Aura und Mimik, die Dich vollständig überwältigt.

Mit den schnellen Nummern wie „Motorbike“, „Honey“, „We’re All Going To Die“ und auch „Apple Juice“ erobern Dich Gretel und ihre Band im Sturm, bei der wunderschönen Ballade „Connie“ wird es Dir dann mit der klagend beinahe gehauchen Stimme von Gretel zum ersten Mal sehr, sehr seltsam ums Herz.

Mit der herzzerreißenden Ballade „Better“wird es dann so richtig heftig, Gretel hockt auf der Bühne und haucht förmlich ins Mikro, erhebt sich und schreitet gefühlvoll auf der Bühne umher und atmet dabei die Textpassagen ins Mikro, zeigt dabei ihren gewaltigen Stimmumfang.

Und Du kannst nicht anders, Tränen der Rührung laufen Dir unaufhaltsam übers Gesicht. Denn Du spürst, was Du gerade eben live erleben durftest: eine der besten Live-Acts auf diesem Planeten, und dies meine ich ohne jeglichen Pathos.

Danke Gretel, danke Edd, danke Anoushka, danke Chico. Weil wir gerade beim Abspann mit den Danksagungen ankommen sind: Besonderer Dank gilt auch Kevin Jianoran, der bei diesem Gig für den perfekten Ton verantwortlich zeichnete.

Gretels Stimmumfang, hat ihr bereits Vergleiche mit Hannah Reid (London Grammar) und Florence Welch (Florence & The Machine) eingebracht. Der Vergleich mit Florence Welch greift aber allenfalls bedingt, mit den seichten Pop-Exkursionen von Florence & The Machine, die sich nach fünfmal hören fürchterlich abgenutzt haben, hat Gretel Hänlyn Gott sei Dank nichts am Hut.

Und selbst der Vergleich mit Hannah Reid von London Grammar ist sehr gewagt. Sicher gibt es da die eine oder andere Parallele, doch Hannah Reid ist eher die in weiß gekleidet Schwiegertochter, die alle in dem Kaff, aus dem Du stammst, toll finden. Deine Eltern, böse Onkels und doofe Tanten – all finden sie toll, weil sie so lieb aussieht und ach so toll singen kann. Jeder mag sie, die Schwiegertochter in weiß, bis sie sich mit dem eben von Dir erst neu gekauten sündhaft Protz-Tesla auf Nimmerwiedersehen aus dem Staub macht.

Gretel ist da ganz anders, genau das Gegenstück dazu, sie eckt an, ihre liebenswerte unterschwellige Freundlichkeit wird grundsätzlich ignoriert. Alle fühlen sich in dem Kaff durch ihre reine Anwesenheit schon provoziert – doch Euch ist das vollkommen egal, denn Gretel steht mit Ihrer Musik an Deiner Seite und Du vertraust Ihr ein Leben lang – und die anderen? Fuck them all.

Aufzeichnung vom 22. Juni 2022 im Yoyo, Paris

Die Band:
Die Tracks:

My Testequipment:

Studio 1 (High End):

  • 2 x System Audio SA Mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 1 x System Audio Saxo 10 (Subwoofer)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client mit max. 32 Bit / 384 kHz)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi (max 192 kHz für  Audio, Tidal (MQA Streaming Client)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Amazon Cube 4K (Streaming Client) Dolby Atmos (restricted), HDR, Dolby Vision
  • Panasonic DP-UB9004 (4K UHD Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Oppo UDP-203 (4K Ultra HD Blu-ray Disc Player) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp) 4K, Dolby Atmos, Hi-res
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)
  • Sony KD-55A1 (TV) 4K OLED, HDR, Dolby Vision

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