Ela Minus: Featurette (2021)

Das Debütalbum der kolumbianischen Elektronik Produzentin Ela Minus mit dem bedeutungsschwangerem Titel “acts of rebellion” mit Wohnsitz in Brooklyn ist schon seit Oktober 2020 auf dem Markt.

Ela Minus

Doch es dauerte extrem lang, bis ich mit dem Album und all seinen Tracks vertraut geworden bin. Doch dies ist andererseits ein untrüglicher Beweis für die unglaubliche Qualität eines Albums.
Sicher, die drei Tracks “they told us it was hard, but they were wrong”, “el cielo no es de nadie (Der Himmel gehört niemandem)” und vor allem “megapunk” überzeugen mit ihrer exzellenten Clubtauglichkeit und auf verweisen auf längst vergangene EBM-Zeiten. Doch alle anderen Tracks inklusive der Message, die hinter dem gesamten Album steckt, kommen deutlich ruhiger und melancholischer mit Querverweisen zu Kraftwerk und manchmal auch Tangerine Dream (N19 SNF) daher und verlangen dem Zuhörer sehr viel Entdeckungsarbeit ab – wie es bei einem außergewöhnlichen Album auch sein sollte.

Facts Ela Minus – acts of rebellion:
Album: acts of rebellion
Artist: Ela Minus

Label: Domino Records
Electronic • 10 Tracks • 33m 48s

hires-audio

Bei Qobus verfügbar
in 24-Bit 96 kHz – Stereo


Doch schauen wir uns erstmal ein Video an, mit dem dann bei mir so allmählich alle Dämme gebrochen sind und ich auf Ela’s Musik neugierig geworden bin.

Hier gibt es die beiden Tracks “they told us it was hard, but they were wrong” und “megapunk” zu bestaunen, die zusammen mit Ela’s völlig anders gearteter Bühnen-Performance und -Präsens einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auch fällt auf, dass Ela Minus für Ihre Synthies ohne Laptops und Software auskommt, auf jedem Gig gibt es nur sie und ihre Maschinen, zu denen sie eine sehr enge Beziehung aufgebaut hat.

Mit dem stroboskopartigem Aufblinken des Schriftzugs ” YOU WON’T MAKE US STOP” bei dem Track “megapunk” wird so allmählich auch klar, wie Ela’s Message zu verstehen ist: „In meiner Musik geht es um kleine Widerstandsgesten im Alltag, um Solidarität und Gemeinschaftsgefühl. Bei aller Wut ist Liebe doch die schlagkräftigste Waffe“, sagt Ela dazu. Mit dem track „they told us it was hard, but they were wrong“ wird dann auch Ela’s DIY-Ansatz offenbar: mach’ es, mach’ es selbst, mach’s kompromisslos – ohne Software, ohne Laptops, nur mit den Maschinen. Ela hat „Acts of Rebellion“ komplett in Eigenregie eingespielt und produziert.

Mit dem KEXP-Video wird dann auch Ela’s Virtuosität sowie Ela’s gehauchter stakkatohafter Gesang gekonnt ins rechte Bild gesetzt. Am Ende des Tracks “megapunk” fällt in diesem Video auch der Sprechgesang auf, der uns gleich bekannt vorkommen sollte, denn Ela hat hier die berühmte “Action-Rede” von Greta Thunberg gesampelt und eingebaut. Völlig fasziniert ist der Zuschauer auch von der Hingabe und der Leichtigkeit, mit der sie ihre geliebten Synthies bedient.

Das FACTmagazine hat mit “Patch Notes: Ela Minus” auch noch mal ein sehr gutes Video veröffentlicht, in dem Ihr Ela’s unglaubliches Synthesizer-Aufgebot begutachten könnt. Wieder fasziniert hier diese unglaubliche Hingabe und Finesse, mit der sie ihren Maschinen überaus beeindruckende Klangwelten entlocken kann. Ela weiß zu jedem Zeitpunkt, was sie tut, dies ist auch nicht weiter verwunderlich, denn nachdem sie Kolumbien verlassen hatte, studierte sie an dem berühmten Berklee College of Music Jazz und später auch Syntheziser.

In den Clubs kam sie dann mit Techno und elektronischer Tanzmusik in Berührung. Nach dem erfolgreichen Abschluss erhielt Ela ein Jobangebot bei der Synthesizer-Firma Critter & Guitari und zog deswegen nach Brooklyn, NY um. Dort baute sie Synthesizer zusammen und programmierte sie auch, daneben neben arbeitete Ela als Tournee-Schlagzeugerin und arbeitete intensiv an Ihrer Solokarriere.
Ela’s Album “acts of rebellion” kann ich Euch wärmstens empfehlen, das Album ist ein Must-have und gehört mit zum besten, was die Elektronik-Szene seit Jahren hervorgebracht hat.

Hör- und Bestellmöglichkeiten sowie die Tracklist findet ihr in der folgenden Aufstellung:

Mein Test-Equiment:

Studio 1:

  • 2 x System Audio SA mantra 50 (front)
  • 1x System Audio SA Mantra 10 AV (center)
  • 2x System Audio SA Legend 5 (Rear)
  • 4 x Onkyo SKH-410 (B) (Dolby Atmos)
  • Auralic Altair (Audio Streaming Client)
  • NVIDIA Shield Pro mit Plex, Kodi, Tidal (Streaming Client)
  • Yamaha CX-A5100 (Preamp)
  • Yamaha MX -A5000 (Power Amp)

Studio 2:

  • Speaker: 2 x KEF LS-50 Wireless II Aktiv
  • DAC: Cambridge DAC Magic Plus
  • Kopfhörerverstärker/Vorverstärker: Auralic Taurus
  • Kopfhörer InEar: Shure SE846 mit ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
  • Kopfhörer OverEar: Audeze EL-8
  • Kopfhörer OverEar: BeyerDymamic DT 880 S (Studio)
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